Die Kapfenberger Fußballfamilie trauert

Die Kapfenberger Fußballfamilie trauert

15.05.2018

Karl Egger wurde am 01.06.1938 geboren und ist ein nicht wegzudenkender Bestandteil der 99-jährigen Geschichte der KSV 1919. Von der Staatsliga bis hinunter in die Landesliga und wieder zurück in die Bundesliga – Unser Charlie, wie er liebevoll im Verein genannt wurde, war immer mit dabei.

Sein erstes Spiel für die Kampfmannschaft der KSV bestritt er gegen Simmering – diese Partie sollte durch das Zitat von Helmut Qualtinger:  “Simmering gegen Kapfenberg – das nenn‘ ich Brutalität”, in die Geschichte eingehen. Karl wurde durch die Verletzung Haubergers eingewechselt, hatte aber diese Partie als weniger ruppig in Erinnerung: “Da waren andere Spiele brutaler”, sagte der dreifache Familienvater.

Seine Karriere beendete Egger, der zumeist im zentralen Mittelfeld zum Einsatz kam, erst im Jahr 1974. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte das Kapfenberger Urgestein über 400 Spiele bestritten, war fünf Mal auf- und sechs Mal abgestiegen. Nach seiner aktiven Karriere war Karl Egger jahrelang in den unterschiedlichsten Funktionen tätig und die letzten 20 Jahre gehörte er dem Vorstand der KSV 1919 an.

Karl Egger konnte auch immer wieder über lustige Begebenheiten berichten:

"Ja früher, da gab es schon einen ständigen Rivalenkampf beim Training. Der Ernst Kolar war sicherlich lange Zeit der beste Stopper, der Verteidiger von Österreich. Und dem hab ich beim Training mal ein „Gurkerl“ gespielt. Das war damals - wenn du einem erfahrenen, guten oder älteren Spieler einen Ball durch die Füße geschossen hast - natürlich eine Katastrophe. Und dann hab ich auch noch nach dem Duschen in der Kabine eine Bemerkung dazu gemacht, der Ernstl war daraufhin so zornig, hat sich umgedreht und mir barfüßig in den Hintern getreten - und bricht sich dabei den Zehen!“

Karl erhielt 1989 das Goldene Ehrenzeichen der KSV und 2004 das Goldene Ehrenzeichen der Stadt Kapfenberg.

Wir werden ihm stets ein ehrendes Gedenken halten.