Der Kapitän, Der Anführer, Die Legende!

Der Kapitän, Der Anführer, Die Legende!

25.07.2018

David Sencar gehört zweifelsohne schon jetzt zu den KSV-Legenden. Bis auf eine kurze zweijährige Unterbrechung ist der Mittelfeldspieler seit August 2004 (!!!) ein Falke. Unser Kapitän geht heuer in seine 13. Saison mit den Kapfenbergern und freut sich auf eine spannende Saison.

Die Falkenreporter haben mit unserer Nr.10 vor dem Meisterschaftsstart ein ausführliches Interview geführt.

FALKENREPORTER: David, am Freitag geht’s los. Die Falken starten mit dem Heimspiel gegen die Young Violets Austria Wien in die neue Meisterschaft - Mit welchen Erwartungen geht man denn in diese Saison?

DAVID SENCAR #10: Ich persönlich hab immer große Erwartungen und gehen immer optimistisch in eine neue Spielzeit. Man nimmt sich natürlich immer einiges vor, will am Liebsten jedes Spiel gewinnen! Wir werden versuchen das Bestmögliche für den Verein, für die Fans und die Mannschaft herauszuholen. Ich freue mich richtig auf die neue Saison. Jedenfalls kribbelts schon sehr! Es ist ja auch vieles Neu. Neue Mannschaft, neue Liga. Es wird also sicher ein spannendes und interessantes Jahr und ich hoffe auch ein erfolgreiches!

Wie sehen die Ziele für die neue Saison aus?
Es ist schwierig irgendwelche Prognosen abzugeben bzw. noch nicht einzuschätzen, wo wir am Ende landen könnten. Das Wichtigste ist zunächst mal, dass wir von Spiel zu Spiel schauen und als Mannschaft funktionieren. Wir haben sehr viele junge Spieler, die sich noch entwickeln müssen und das kann und wird sicher auch einige Zeit in Anspruch nehmen. Aber ich bin ziemlich zuversichtlich, dass sich unsere junge Mannschaft schnell und positiv entwickeln wird und dann ist auch in der Tabelle mehr drinnen. Entscheidend ist, dass wir jeden Tag hart arbeiten und in jedem Spiel Vollgas geben. Alles andere müssen wir auf uns zukommen lassen!

Wie ist die Mannschaft drauf?
Man muss sagen, das Spiel in Reichenau war schon eine gute Bewährungsprobe und enorm wichtig für uns. Nicht nur weil wir gewonnen haben, sondern auch weil bei diesem Spielverlauf auch jede Menge Moral gefragt war. Wir haben auch nach den beiden Gegentoren und der roten Karte die Nerven behalten und man hat gesehen, dass Teamgeist und Herz in der Mannschaft stecken. Und das ist schon mal eine gute Basis! Das müssen wir so beibehalten. Es ist einfach wichtig, dass jeder für jeden „hackelt“ und jeder für jeden kämpft. Die Einstellung muss passen! Ohne Leidenschaft und der richtigen Einstellung wird es nicht gehen!

Ist es ein Vorteil, dass man mit einem Heimspiel startet?
Kein Vorteil im klassischem Sinn, aber natürlich ist es schön, dass wir gleich zu Beginn ein Heimspiel haben und vor unseren eigenen Fans in die neue 2.Liga starten können. Außerdem haben wir ja einen super Platz. Unsere Platzmeister Wolfi Haas und Hari Ignitsch haben den Rasen wieder perfekt hergerichtet und da freut man sich einfach darauf spielen zu dürfen. Es wird sicher eine schwere Partie, weil die jungen Austrianer sehr spielstark sind, aber ich denke, dass wir sicher mithalten können und auf Augenhöhe sind, wenn wir unsere Leistung abrufen. Vor dem ersten Spiel weiß man nicht wo man steht, aber wir müssen versuchen, so aufzutreten wie im Cup und dann wird man sehen was am Ende dabei herauskommt!

Wie siehst du deine Rolle in der Mannschaft?
Alles was ich in meiner Karriere gelernt habe, versuche ich nun an die jungen Spieler weiterzugeben. Da sind viele Dinge dabei. Ich rede sehr viel auf dem Platz und das ist auch eine der Sachen, die ich an die jungen Spieler weitergeben will. Sie müssen lernen, auf dem Platz noch mehr untereinander und miteinander zu kommunizieren. Als junger Spieler ist das nicht immer ganz leicht, aber es ist enorm wichtig, dass man am Platz viel und laut spricht und sich untereinander coacht, damit man als Mannschaft eine Einheit bilden kann. Aber egal in welchem Bereich. Ich versuche voranzugehen und die Mannschaft zu führen – Das ist eine Aufgabe, die ich erfüllen muss und auch gerne mache.

Du bist ja mit Abstand der Erfahrenste im Kader! Viele Spieler sind ja noch Teenager bzw. erst Anfang 20. Wie geht es dir mit den Jungs?
Ich merke, ich kann mit den jungen noch mithalten. Auch was die Musik und die „Schmähs“ betrifft (lacht)! Ich fühle mich auch in dieser jungen Mannschaft auf keinen Fall alt! Ich muss sagen, beim Training läuft es sehr gut und auch in Sachen Fitness hab ich gegenüber den letzten Jahren nichts eingebüßt. Ich bin in meiner Karriere zum Glück weitgehend von schweren Verletzungen verschont geblieben und bin noch topfit. Und daher macht das Trainieren auch immer noch sehr viel Spaß. Wenn ich merke, ich kann nicht mehr mithalten oder es tut mir nach jeder Einheit allles weh und ich kann nach zwei Trainings in der früh nicht mehr aufstehen, dann werde ich natürlich anders darüber denken, aber derweil läuft es ganz gut. Ich bin gut drauf und es macht riesige Freude Kapitän und Teil dieser Mannschaft zu sein.

Du bist jetzt insgesamt 12 Jahre hier. Was macht die Falken so besonders für dich?
Ich bin jetzt abgesehen von einer kurzen zweijährigen Unterbrechung (bei Hartberg bzw. Vienna) seit August 2004 hier. Ich hatte zwar auch Angebote aus dem Ausland, aber ich war nie der Typ dafür mein gewohntes Umfeld zu verlassen. Und hier hat es für mich immer gepasst. Es ist wie ein Zuhause. Da fühlt man sich einfach wohl. Und ich habe hier alles erlebt. Es war wirklich alles dabei und sowas prägt selbstverständlich und vereint dich mit dem Verein.

Das heißt du bleibst bis zu deinem Karriereende in Kapfenberg?
Ja ich glaube kaum, dass ich noch mal einen großen Sprung zu einem großen Klub machen kann, da müsste ich schon Maradona sein (lacht). Aber es muss ja auch nichts anderes kommen. Wie gesagt: Ich fühle mich hier pudelwohl und mach mir auch keine großen Gedanken. Ich will einfach Fußball spielen und Spass haben – so lange wie möglich. Ich bin noch jeden Tag vollmotiviert und kann mithelfen, die junge Mannschaft weiterzuentwickeln. Das ist eine tolle Aufgabe und ich hoffe, dass ich die noch einige Zeit erfüllen kann.  

Wie viel Kraft gibt dir dabei deine Familie? Du bist ja seit mittlerweile einem Jahr auch Familienvater!
Ich bin sehr dankbar für meine Familie. Meine Frau und meine kleine Tochter sind für mich das Wichtigste auf der ganzen Welt und geben mir unheimlich viel Kraft und Rückhalt. Meine Tochter macht jetzt schon die ersten Schritte und wenn ich nach dem Training oder nach dem Spiel nach Hause komme und sie strahlt mich an, erfüllt mich das mit unglaublichen Stolz und unglaublicher Freude. Das ist ein großartiges Gefühl und relativiert natürlich vieles, weil man sieht, was wirklich wichtig im Leben ist.

In diesem Sinne: Danke für das Interview und alles Gute für die neue Saison Captain!