Unentschieden im Schlager.

Unentschieden im Schlager.

31.08.2018

Hängende Köpfe nach dem Spiel bei  der jungen KSV Elf. Man hatte den Sieg schon beinahe in der Tasche, musste aber am Ende noch den Tiefschlag hinnehmen. Kurz nach der Partie ist es ein Unentschieden, das sich wie eine Niederlage anfühlt. Aber nun der Reihe nach:

Es war das erwartet schwere Spiel. Coach Kurt Russ gab vor der Partie die Taktik aus, die Wattener spielen zu lassen und diesmal ohne aggressives Pressing zu agieren. Dieser Schachzug bewährte sich in Halbzeit eins voll und ganz. Die WSG Wattens verzeichnete in der ganzen ersten Halbzeit keine einzige nennenswerte Offensivaktion. Ganz anders hier die KSV 1919. Die starke Offensive um Wirbelwind und Dribbelkünstler Paul Mensah kombinierte immer wieder sehenswert in der Hälfte der Tiroler. In den ersten zwanzig Minuten konnten sich aber auch die Falken keine richtig zwingende Tormöglichkeit erarbeiten. Das änderte sich Mitte der ersten Halbzeit. Von dort an übernahmen die Rot-Weißen das Kommando und gingen schlussendlich auch völlig verdient mit 1:0 in Führung. Bei einem einstudierten Eckball steht Youngstar Thomas Sabitzer genau richtig und köpft ein. Als die Fans sich gerade wieder hinsetzen  und die Techniker im Stadion die Tormusik beenden wollten war ihnen Thomas Sabitzer einen Schritt voraus. Nur Sekunden nachdem Wattens wieder angestoßen hatte eröffnete sich für die KSV 1919 eine Topchance, ein Falke vergibt aber allein vor dem Tor. Der Ball kullerte im Anschluss vor die Füße vom eben genannten Sabitzer, der das runde Leder per traumhaften Heber über Wattens Goalie Oswald im Tor platzierte. Ein absoluter Sensationstreffer, der alle im Stadion begeisterte! Mit der Führung im Rücken spielten unsere Jungs die mit beste Halbzeit in dieser Saison, einziger Wehmutstropfen: In der Nachspielzeit wird ein Falke von Thomas Sabitzer im Strafraum perfekt bedient, die KSV 1919 verpasst es aber das 3:0 zu erzielen und den sprichwörtlichen Sack noch im ersten Durchgang zuzumachen. 

Die Pause brachte einige Veränderung ins Spiel. Die Wattener agierten nach Seitenwechsel etwas entschlossener, ermöglicht auch durch unsere Jungs, die es nicht mehr wirklich schafften aus dem Verteidigungsdrittel herauszurücken. Das ermöglichte den Tirolern viel mehr Räume, die aber aufgrund des guten Stellungsspiels der Viererkette der Falken keine Chancen aus dem Spiel kreieren konnten. In Minute 57 bekommt die WSG einen fragwürdigen Eckball zugesprochen, der dann postwendend zum Anschlusstreffer führt. Benjamin Pranter zieht trocken mit links ab und lässt dem erneut souveränen Fabian Ehmann im Tor der KSV 1919 keine Chance. In weiterer Folge agieren die Falken weiterhin defensiv und warten auf Kontermöglichkeiten. Dennoch ist es wieder eine Standardsituation von Heric, die für große Gefahr sorgt. Der Ball wird an den Strafraum zurückgelegt, wo durch Glück der Ball an den Fünfmeterraum kommt und Sencar nur ganz knapp scheitert. Bitter für den Routinier, er hatte auch schon in Halbzeit eins bei einem Kopfball ans Aluminium Pech. 

In den letzten Spielminuten plätschert die Partie eher unaufgeregt dahin, ehe es in der Nachspielzeit noch einmal richtig zur Sache geht. In der 91.Minute ist es Yeboah, der erneut nach einem Eckball die KSV 1919 alt aussehen lässt und den letzten Treffer an diesem Abend erzielt - Schade, das war nicht mehr notwendig! Somit endet das Schlagerspiel der Runde mit einem am Ende gerechten Unentschieden, da man aus Sicht der Falken in Hälfte zwei leider nicht mehr genug fürs Spiel getan hat und sich nur mehr auf das Verwalten des Spielstandes konzentrierte.

Fazit:

Wie schon anfangs erwähnt ist es ein Unentschieden, das sich wie eine Niederlage anfühlt, immerhin hatte man über das gesamte Spiel gesehen genug Tormöglichkeiten, um die Begegnung vorzeitig zu entscheiden. Leider ist es aber im Fußball immer noch so, dass man jene Tore am Ende bekommt, die man vorne nicht erzielt. Das wussten natürlich auch unsere ältesten Fans auf der Tribüne, die sich nach dem Schlusspfiff noch länger über das Gesehene unterhielten und die Floskel immer wieder erwähnten. Auch wenn heute mehr möglich gewesen wäre, gibt die Partie aber erneut ein gutes Gefühl, da man wieder gesehen hat, dass unsere junge Truppe in dieser Liga jeden schlagen kann, auch selbsternannte Titelanwärter. Am Ende ist es wie abseits der Fußballwelt: Man sieht sich immer zweimal im Leben. In unserem Fall in der Rückrunde, wo nun endlich wieder einmal ein Sieg gegen die WSG Wattens gelingen soll. Nun gilt es aber wieder Kopf hoch, Mund abputzen und aus den Fehlern lernen. Zeigt die Entwicklungskurve der KSV 1919 aber weiter so nach oben, steht einem Sieg gegen die WSG Wattens nichts im Wege! In diesem Sinne, auf geht's Falken! Wir sind trotzdem stolz auf unsere junge Mannschaft.

KSV 1919 - WSG Wattens 2:2 (2:0) Tore: Sabitzer(2x) bzw. Pranter, Yeboah

KSV 1919 spielte mit:
 Fabian Ehmann - Benjamin Rosenberger, Sebastian Feyrer, Marco Gantschnig, Michael Lang - Daniel Racic(74. Horvat) - David Sencar - Elvedin Heric - Paul Mensah - Thomas Sabitzer( 65`Milici) - Matthias Puschl( 80`Skrivanek)